Solidaritätsfond in Namibia – ein Erfolgsrezept?

Arbeitskreis Keetmanshoop: 5 Jahre Solidarity Fund


© Katja Dummer

Evaluation vor Ort in Namibia

2013 entschlossen sich deutsche und namibische Partnerkirchen unter Begleitung der VEM dazu, einen Solidarity Fund zur Finanzierung von Projekten zu gründen. Deutsche Partner und inzwischen auch namibische Gemeinden zahlen je nach Möglichkeit in den Fond ein, der der namibischen Kirche, der ELCRN, zur Verfügung gestellt wird.

Die Partner in Namibia können dann direkt unter Berücksichtigung bestimmter Regeln und Kriterien Gelder für Einkommen-schaffende oder diakonische Projekte beantragten. Der Geldfluss und die damit verbundene Ungleichheit zwischen den Partnern im Süden im Norden belastet die Partnerschaft nicht mehr.

Um zu evaluieren, was aus dieser Idee nach fünf Jahren geworden ist, flogen Delegierte aus verschiedenen deutschen Kirchenkreisen unter der Leitung der VEM und in Begleitung eines kamerunischen Projektmanagers vom 23.-30.7. nach Namibia. Aufgeteilt in drei Gruppen wollen wir die Strukturen des Solidarity Funds evaluieren. Wissen die Menschen in den (teilweise sehr weit entfernten) Gemeinden um den Fond und wie man Gelder beantragt? Entsprechen die Projekte den Kriterien? Was sind die Stärken und die Schwächen?

Und – ganz wichtig – gelingt es, Gemeinden in die finanzielle Unabhängigkeit zu führen, denn das so bewährte deutsche Kirchensteuersystem kann in einem Land, wo so viele Menschen arbeitslos sind und keine Steuern zahlen, nicht funktionieren.

Eines der Teams mit je drei Personen, darunter Katja Dummer, Leiterin des Partnerschaftskreises Namibia (Arbeitskreis Keetmanshoop) führt es in den Süden Namibias. In der Keetmanshooper Gemeinde Immanuel wurde kurz nach Einführung des Fonds ein Partnerschaftskomitee gegründet und geschult. Das beantragte Starthilfe für ein Projekt „Funeral Service“, ein Beerdigungsunternehmen. Lange haben wir in Wuppertal nichts mehr von dem Projekt gehört.

Öffentlichkeitsarbeit und Reporting gehört sicherlich nicht zu seiner Stärke. Wir sind dann aber sehr überrascht, dass das Projekt tatsächlich (als eines der wenigen besuchten) sehr erfolgreich ist. Wir besichtigen das Kühlgerät für die Leichen, einige Särge, den Leichenwagen, inspizieren aber auch die Berichte. Überrascht und erfreut hören wir, dass dieses Projekt so gut läuft, dass nicht nur die Gemeinde unterstützt sondern auch ein Beitrag zurück in den Solidarity Fund gegeben werden kann.

Das Partnerschaftskomitee wünscht sich für die Zukunft eine bessere Öffentlichkeitsarbeit und bessere Trainings. Wer weiß, vielleicht erklärt sich ein Wuppertaler Tischler bereit, ein Praktikum für das Tischlern von Särgen zu vergeben oder ein Wuppertaler Beerdigungsunternehmen gibt einem namibischen Kurzeitpraktikanten die Möglichkeit seines Lebens?

Kontakt: Katja Dummer, namibia@evangelisch-wuppertal.de


Katja Dummer